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Publikation „Interne Kommunikation in Österreichs Aufsichtsräten“/ Springer Verlag

Ein Buch zu schreiben bedeutet nicht nur zu recherchieren, zu analysieren und zu formulieren. Es bedeutet vor allem, sich auf Menschen, Perspektiven und oftmals auch auf Unsicherheiten einzulassen. In den vergangenen Monaten bin ich mehr als 10.000 Kilometer quer durch Österreich gefahren, um mit Aufsichtsrät:innen, Vorsitzenden, Geschäftsführer:innen und Expert:innen über ein Thema zu sprechen, das in Unternehmen häufig unterschätzt wird und gleichzeitig über Unternehmensstabilität, Vertrauen und Entscheidungsqualität mitentscheidet: Interne Kommunikation in Österreichs Aufsichtsräten.

Aus diesen Gesprächen entstand meine Publikation „Interne Kommunikation in österreichischen Aufsichtsräten: Wie können ethische und digitale Rahmenbedingungen die Interne Kommunikation unterstützen? Empirische Einblicke und Handlungsempfehlungen“. Eine Arbeit, die nicht am Schreibtisch begonnen hat, sondern in persönlichen Begegnungen, langen Gesprächen, vertraulichen Einblicken und ehrlichen Reflexionen über das Verständnis von Kommunikation, Führung, Governance, Unternehmenskultur und Verantwortung.

Was mich während der Interviews besonders beschäftigt hat, war die Erkenntnis, dass Aufsichtsratsmitglieder heute weit mehr leisten als reine Kontrolle. Die Anforderungen an Boards verändern sich massiv. Entscheidungen werden komplexer, Risiken dynamischer, öffentliche Erwartungen höher und regulatorische Rahmenbedingungen dichter. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Herausforderungen nicht an fehlenden Regeln scheitern, sondern an fehlender Kommunikation.

Genau daraus entwickelte sich auch meine zentrale These der Publikation: Corporate Governance entfaltet ihre Wirkung nicht allein durch Gesetze, Kodizes oder Kontrollsysteme, sondern erst durch funktionierende interne Kommunikation. Kommunikation wird damit zum verbindenden Element zwischen Verantwortung, Unternehmenskultur, Transparenz und tatsächlicher Governance-Praxis.

Besonders spannend war für mich dabei der Blick hinter die Kulissen österreichischer Aufsichtsräte. Alle Gespräche waren geprägt von hoher Professionalität, großem Verantwortungsbewusstsein und ehrlicher Reflexion. Gleichzeitig wurden aber auch strukturelle Herausforderungen sichtbar: unausgesprochene Kritik, hierarchische Kommunikationsmuster, fehlende Diskussionskultur, Unsicherheiten im Umgang mit Digitalisierung oder Künstlicher Intelligenz sowie die Frage, wie Vertrauen innerhalb von Gremien tatsächlich entsteht.

Die vergangenen Monate waren mehr als intensiv. Zigfache Korrekturschleifen, wissenschaftliche Überarbeitungen, APA-Zitierungen, methodische Feinabstimmungen, Diagramme, Literaturverzeichnisse, Strukturfragen und viele Nächte, in denen aus einzelnen Gedanken langsam ein Gesamtbild wurde. Und vermutlich kennt jeder Autor, der schon einmal ein Buch geschrieben hat, diesen einen Moment kurz vor der Fertigstellung: den Punkt, an dem man glaubt, nie wirklich fertig zu werden.

Umso schöner ist es nun, die Publikation final abgegeben zu haben.

Ich bin dankbar für viele spannende Gespräche, wertvolle Perspektiven und das Vertrauen aller Interviewpartner:innen, die bereit waren, ihre Erfahrungen offen zu teilen. Mein besonderer Dank gilt Rosemarie Nowak und Michael Roither, meine beiden Lehrgangsleiter und Expert:innen für Kommunikationswissenschaften, für das Vorwort und die wertvolle Begleitung dieser Publikation.

Was bleibt, ist weit mehr als ein Buchprojekt. Es bleibt die Erkenntnis, dass gute Kommunikation keine weiche Begleiterscheinung von Führung ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Governance, wirksame Aufsicht und starke Unternehmenskulturen.

Und vielleicht waren diese 10.000 Kilometer letztlich vor allem eine Reise zu genau dieser Erkenntnis. Stay tuned – das Buch erscheint noch 2026.

Meine neue Kolumne „Die laute Währung der Gegenwart“

Aufmerksamkeit ist zur härtesten Währung der Gegenwart geworden. Die Medienlandschaft, in der Inhalte im Sekundentakt konkurrieren, entscheidet nicht mehr allein, was gesagt wird, sondern wie laut, wie emotional und wie polarisierend es formuliert ist. Diese Logik folgt keinem Zufall, sondern einem ökonomischen Prinzip: der Ökonomie der Aufmerksamkeit.

Der Begriff geht unter anderem auf den Ökonomen Georg Franck zurück, der bereits in den 1990er-Jahren argumentierte, Aufmerksamkeit funktioniere wie ein knappes Gut, das verteilt, akkumuliert und in andere Kapitalformen umgewandelt werden kann (Franck, 1998). Medien, Plattformen und politische Akteure konkurrieren seither nicht primär um Wahrheit oder Relevanz, sondern um Klicks, Verweildauer und Reichweite. In dieser Konkurrenz hat sich eine Kommunikationsform als besonders effizient erwiesen: die negative.

Wie immer ein aktuelles Thema, die Kolumne lesen Sie im Fachmagazin „Film, Sound & Media“.

Neue Kolumne „Vernetzt, aber nicht verbunden“

Wir kommunizieren so viel wie nie zuvor. Nachrichten, Sprachnotizen, Likes, Reaktionen; der Austausch scheint unendlich. Und doch beschleicht – vermutlich nicht nur mich – öfters das Gefühl, dass wir uns trotz permanenter Verbindung immer schlechter verstehen. Die digitale Kommunikation hat unsere Gesellschaft nicht nur beschleunigt, sie hat sie auch verändert. Die entscheidende Frage für mich lautet: Was passiert mit uns, wenn Kommunikation nur noch digital stattfindet?

Digitale Kommunikation ist effizient, bequem und allgegenwärtig. Sie überbrückt Distanzen, spart Zeit und macht Teilhabe scheinbar einfacher. Ein Smartphone genügt, um mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Doch Kommunikation ist mehr als das bloße Versenden von Informationen. Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick betonte, dass jede Kommunikation immer auch Beziehung ist und nicht nur Inhalt (Watzlawick et al., 1967). Genau diese Beziehungsebene droht im Digitalen verloren zu gehen.

Wie immer ein sehr aktuelles Thema, die Kolumne lesen Sie wie immer im Fachmagazin „Film, Sound & Media“

9. Lehrgang Aufsichtsrat Next Generation

Aufsichtsrat Next Generation ist ein einjähriger Lehrgang, der junge Führungskräfte rechtlich und wirtschaftlich fundiert ausbildet, mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt und damit interaktiv auf zukünftige Aufsichtsratsmandate vorbereitet.

Ich freue mich, erneut im Team des Aufsichtsrat Next Generation Lehrgangs mitarbeiten zu können und  auf viele interessante und spannende Einheiten.

10 Jahre reden-wir.at Kommunikation – eine Einschätzung

Es ist ein Resümee, das für mich weniger ein Jubiläum als vielmehr eine bewusste „Standortbestimmung“ ist. In diesen zehn Jahren hat sich mein Fokus gänzlich weg von externer zur internen Kommunikation, dort also, wo Unternehmen ihre tatsächliche Stärke entwickeln können, verschoben. Und dies aus tiefster Überzeugung!

Der Markt ist härter geworden, Krisen überlagern einander, Generationen wechseln, und gleichzeitig wird von Unternehmen erwartet, nach außen geschlossen und klar mit one voice aufzutreten. Genau dafür braucht es jedoch innere Stabilität, die vielen Organisationen fehlt.

Wir kommunizieren heute mehr denn je, und dennoch bleibt erstaunlich wenig Substanzielles über, ist es nicht so? Orientierung und Klarheit wären so wichtig, während Kommunikation jedoch zur Geräuschkulisse verkommt und viel zu selten als Tonika definiert wird: leitend, verbindend, erklärend; niemals irritierend.

Kommunikation dient immer dem Verstehen und dem Miteinander, niemals dem Verdecken oder taktischen Manövern. Nach wie vor wird sie leider noch zu selten als verbindendes Instrument verstanden, sondern viel zu oft strategisch eingesetzt, was Irritationen verstärken und Spannungen vertiefen kann. Unternehmen, die Kommunikation bewusst als Teil ihrer Unternehmenskultur begreifen und Differenzen offen bearbeiten, unterstütze ich aus voller Überzeugung, denn ungelöste Themen und unausgesprochene Spannungen sind es, die Organisationen langfristig schwächen.

Mein Gestaltungswille ist ungebrochen, und meine Leidenschaft für interne Kommunikation hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Ich sehe täglich, dass Transformationsprozesse nicht nur an fehlenden Strategien, sondern an Befindlichkeiten, an ungelösten Differenzen und an dem Mut, Probleme offen anzusprechen, scheitern. Hier komme ich ins Spiel und rate, die anstehenden Herausforderungen mit den Augen des anderen zu betrachten. Das erfordert Empathie, die Fähigkeit, alle player wichtig zu nehmen, und die Bereitschaft, die Augenhöhe beizubehalten.

Dass ich bereits seit zehn Jahren in wirtschaftlich wilden Zeiten als One-Woman-Show in der österreichischen Kommunikationswelt tätig sein kann, lässt sich nur damit erklären, dass ich mich selber ständig transformiere, ohne mich dabei beliebig zu verändern. Ich versuche, mit Weitblick zu agieren, Trends zu analysieren und sehr genau zu prüfen, ob sie Substanz und Bestand haben. Es ist der Ausdruck meiner Berufsethik, die Vertrauen schafft.

🫶Danke an alle, die ich viele Jahre begleiten konnte, kann und noch werde! Danke Dir, lieber Niklas Stadler, dass Du diesen Moment so passend festgehalten hast! 📸✨