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Die Pressemitteilung zur Vorankündigung meiner Publikation lesen Sie hier:
Neue empirische Forschungsarbeit untersucht Kommunikation als Faktor wirksamer Corporate Governance
Mit dem fertigen Cover und der vergebenen ISBN ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Mein Buch „Interne Kommunikation in Österreichs Aufsichtsräten“ nimmt sichtbar Gestalt an.
Im Mittelpunkt stehen die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung mit 47 Aufsichtsratsmitgliedern aus ganz Österreich sowie die Frage, welchen Einfluss Kommunikation und Unternehmenskultur auf verantwortungsvolle Entscheidungsprozesse und wirksame Corporate Governance haben.
Die Veröffentlichung erfolgt nach dem Sommer. Weitere Informationen und Bezugsmöglichkeiten werden rechtzeitig auf dieser Website bekannt gegeben.

Ein Buch zu schreiben bedeutet nicht nur zu recherchieren, zu analysieren und zu formulieren. Es bedeutet vor allem, sich auf Menschen, Perspektiven und oftmals auch auf Unsicherheiten einzulassen. In den vergangenen Monaten bin ich mehr als 10.000 Kilometer quer durch Österreich gefahren, um mit Aufsichtsrät:innen, Vorsitzenden, Geschäftsführer:innen und Expert:innen über ein Thema zu sprechen, das in Unternehmen häufig unterschätzt wird und gleichzeitig über Unternehmensstabilität, Vertrauen und Entscheidungsqualität mitentscheidet: Interne Kommunikation in Österreichs Aufsichtsräten.
Aus diesen Gesprächen entstand meine Publikation „Interne Kommunikation in österreichischen Aufsichtsräten: Wie können ethische und digitale Rahmenbedingungen die Interne Kommunikation unterstützen? Empirische Einblicke und Handlungsempfehlungen“. Eine Arbeit, die nicht am Schreibtisch begonnen hat, sondern in persönlichen Begegnungen, langen Gesprächen, vertraulichen Einblicken und ehrlichen Reflexionen über das Verständnis von Kommunikation, Führung, Governance, Unternehmenskultur und Verantwortung.
Was mich während der Interviews besonders beschäftigt hat, war die Erkenntnis, dass Aufsichtsratsmitglieder heute weit mehr leisten als reine Kontrolle. Die Anforderungen an Boards verändern sich massiv. Entscheidungen werden komplexer, Risiken dynamischer, öffentliche Erwartungen höher und regulatorische Rahmenbedingungen dichter. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Herausforderungen nicht an fehlenden Regeln scheitern, sondern an fehlender Kommunikation.
Genau daraus entwickelte sich auch meine zentrale These der Publikation: Corporate Governance entfaltet ihre Wirkung nicht allein durch Gesetze, Kodizes oder Kontrollsysteme, sondern erst durch funktionierende interne Kommunikation. Kommunikation wird damit zum verbindenden Element zwischen Verantwortung, Unternehmenskultur, Transparenz und tatsächlicher Governance-Praxis.
Besonders spannend war für mich dabei der Blick hinter die Kulissen österreichischer Aufsichtsräte. Alle Gespräche waren geprägt von hoher Professionalität, großem Verantwortungsbewusstsein und ehrlicher Reflexion. Gleichzeitig wurden aber auch strukturelle Herausforderungen sichtbar: unausgesprochene Kritik, hierarchische Kommunikationsmuster, fehlende Diskussionskultur, Unsicherheiten im Umgang mit Digitalisierung oder Künstlicher Intelligenz sowie die Frage, wie Vertrauen innerhalb von Gremien tatsächlich entsteht.
Die vergangenen Monate waren mehr als intensiv. Zigfache Korrekturschleifen, wissenschaftliche Überarbeitungen, APA-Zitierungen, methodische Feinabstimmungen, Diagramme, Literaturverzeichnisse, Strukturfragen und viele Nächte, in denen aus einzelnen Gedanken langsam ein Gesamtbild wurde. Und vermutlich kennt jeder Autor, der schon einmal ein Buch geschrieben hat, diesen einen Moment kurz vor der Fertigstellung: den Punkt, an dem man glaubt, nie wirklich fertig zu werden.
Umso schöner ist es nun, die Publikation final abgegeben zu haben.
Ich bin dankbar für viele spannende Gespräche, wertvolle Perspektiven und das Vertrauen aller Interviewpartner:innen, die bereit waren, ihre Erfahrungen offen zu teilen. Mein besonderer Dank gilt Rosemarie Nowak und Michael Roither, meine beiden Lehrgangsleiter und Expert:innen für Kommunikationswissenschaften, für das Vorwort und die wertvolle Begleitung dieser Publikation.
Was bleibt, ist weit mehr als ein Buchprojekt. Es bleibt die Erkenntnis, dass gute Kommunikation keine weiche Begleiterscheinung von Führung ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Governance, wirksame Aufsicht und starke Unternehmenskulturen.
Und vielleicht waren diese 10.000 Kilometer letztlich vor allem eine Reise zu genau dieser Erkenntnis. Stay tuned – das Buch erscheint noch 2026.

Aufmerksamkeit ist zur härtesten Währung der Gegenwart geworden. Die Medienlandschaft, in der Inhalte im Sekundentakt konkurrieren, entscheidet nicht mehr allein, was gesagt wird, sondern wie laut, wie emotional und wie polarisierend es formuliert ist. Diese Logik folgt keinem Zufall, sondern einem ökonomischen Prinzip: der Ökonomie der Aufmerksamkeit.
Der Begriff geht unter anderem auf den Ökonomen Georg Franck zurück, der bereits in den 1990er-Jahren argumentierte, Aufmerksamkeit funktioniere wie ein knappes Gut, das verteilt, akkumuliert und in andere Kapitalformen umgewandelt werden kann (Franck, 1998). Medien, Plattformen und politische Akteure konkurrieren seither nicht primär um Wahrheit oder Relevanz, sondern um Klicks, Verweildauer und Reichweite. In dieser Konkurrenz hat sich eine Kommunikationsform als besonders effizient erwiesen: die negative.
Wie immer ein aktuelles Thema, die Kolumne lesen Sie im Fachmagazin „Film, Sound & Media“.
Wir kommunizieren so viel wie nie zuvor. Nachrichten, Sprachnotizen, Likes, Reaktionen; der Austausch scheint unendlich. Und doch beschleicht – vermutlich nicht nur mich – öfters das Gefühl, dass wir uns trotz permanenter Verbindung immer schlechter verstehen. Die digitale Kommunikation hat unsere Gesellschaft nicht nur beschleunigt, sie hat sie auch verändert. Die entscheidende Frage für mich lautet: Was passiert mit uns, wenn Kommunikation nur noch digital stattfindet?
Digitale Kommunikation ist effizient, bequem und allgegenwärtig. Sie überbrückt Distanzen, spart Zeit und macht Teilhabe scheinbar einfacher. Ein Smartphone genügt, um mit der ganzen Welt in Kontakt zu treten. Doch Kommunikation ist mehr als das bloße Versenden von Informationen. Der Kommunikationsforscher Paul Watzlawick betonte, dass jede Kommunikation immer auch Beziehung ist und nicht nur Inhalt (Watzlawick et al., 1967). Genau diese Beziehungsebene droht im Digitalen verloren zu gehen.
Wie immer ein sehr aktuelles Thema, die Kolumne lesen Sie wie immer im Fachmagazin „Film, Sound & Media“